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3-Ländertour der BiB Hamburg 03. bis 07. Juni 2013

10. Bikercamp der BiB St. Augustin 07. bis 09. Juni 2013

 

Teil 1:

3-Ländertour Montag: Von der Griffheizung zum Sommerhandschuh Treffen mit acht Mann (leider immer noch keine Frau dabei…) in Soltau-Ost. Frisch war es, was den Besitzern von Griffheizungen zu mitleidige Blicke abnötigte. Ziemlich pünktlich, schnell noch Kaffee und dann Abmarsch gegen 09:30 Uhr in zügiger Fahrt in Richtung Eifel und es wurde schon wärmer! Kurz vor Köln stieß Rainer von den BiB St. Augustin dazu, der für die Woche unser Tourguide durch die wilden Kurvengefilde der Eifel sein wollte und die Tour mit Rolf geplant hatte. Wie erreichten das Ende der A1 und mit dem ersten Kreisverkehr auch das Ende der bisher unfallfreien Ausfahrten. Ulfs XVS setzte im Kreisverkehr auf und legte sich auf die rechte Seite. Es blieb, abgesehen von einer kleinen Prellung, zunächst bei einem leichten Sachschaden an der Maschine sowie Kratzer und Furchen in Asphalt und Gras. Mit einem deutlichen Dämpfer, jedoch froh ob des glimpflichen Ausganges, konnten wir die Fahrt fortsetzen. In dem Hotel in Kyllburg (familiär geführt, „Eiche Rustikal“, sehr sauber, direkt am Wasser) warteten bereits Andreas B. aus Frankfurt und das Essen. Am späten Abend kam noch Marius aus Hamburg nach. Vollzähligkeit: 11 Maschinen – 11 Fahrer.

Lektion des ersten Abends: Bekommt man in der Gegend ein Getränk, das als „Leckerchen“ bezeichnet wird, sollte man das als Visierreiniger nutzen und keinesfalls Trinken! Kurzer Streit, wann es Dienstag los gehen solle… Der Autor konnte sich mit 06:00 Uhr zur besonderen Freude der Langschläfer nicht durchsetzen...

 

Dienstag: holpriger Start

Alle etwas vorfreudig zum Frühstück. Ein Wunder, dass nicht der Eine oder Andere schon den Helm auf hatte... Rainer verteilte ein Infoblatt zur geplanten Tagestour. Moppeds aus der Garage manövrieren… und los geht’s. Doch dann Motorwarnleuchte nach 200m, Ulfs Maschine zog nicht richtig. Zurück und erstmal Öl auffüllen, nächstes Ziel: Werkstatt. Der nette Schrauber stellte dann fest, dass beim Sturz Öl in den Luftfilter gelangt war. Kein Wunder das die 1100er nicht atmen konnte. Ohne Luftfilter ging es deutlich besser, doch auch die Batterie war schwach. Die Yamaha-Werkstatt in Adenau (die Werbung mit „Best Price in Town“ kann man machen – als einzige Werkstatt) verpasste der XVS eine neue Batterie, weil die alte eher rund als eckig war. Ein Spannen der Kette von Alex’ F650 wäre beinahe verweigert worden, denn der Kettensatz war echt auf. Während die Batterie eingebaut wurde, kurzer Abstecher zum Nürburgring. Auf der Rückfahrt konnten wir noch einen echten Brubbel für EUR 1,-- sehen und waren nach insgesamt ca. 8 Stunden und 240km Kurven wieder in der Unterkunft.

ACHTUNG: wenn man dort ein Bier möchte, muss man ein „Pils“ bestellen! Sonst bekommt man ein Reagenzglas mit gelblicher Flüssigkeit ausgehändigt! Geschmacksache… Die Einheimischen sagen „Kölsch“ dazu.

Alex „McGyver“ bastelte mal eben schnell aus einer Wäscheklammer einen Funkschalter und es gab beim Italiener lecker Pizza, jedoch bald kein Bier mehr.

Wir stellten fest: noch flutschten die Kurven nicht so richtig und die Abstimmung in der Gruppe musste noch verbessert werden.

 

Mittwoch: Touränderung wegen Instandsetzungsarbeiten Geplant war Fritten-Essen in Belgien, Erbsensuppe in einem Kloster und Tanken in Luxemburg. Bei einer Pause Entscheidung zur Touränderung nach Aachen zu Tante Louise, Kettensatz und Luftfilter kaufen. Doch dann sprang Rainers GS nicht an: Zündung angelassen, Batterie leer. Alex „McGyver“ bastelte eine Überbrückung von Florians Maschine und mit Ulfs Aufladekabel durch den Adapter seiner F650, bis genug Saft drauf war. Anschieben war auch lästig: es wurde so richtig warm! Während der Kettensatz in Aachen eingebaut wurde, fuhren wir nach Malmédy, Belgien, wo Alex später dazu stieß.

Tipp: in Belgien keine „Frikadellen“ essen. Das sind frittierte wurstähnlich Hackteile, in denen auch Pferd enthalten sein könnte.

Letzteres war für Andreas K. jedoch nicht wirklich ein Problem. Das Eis war aber hervorragend. Eine unplanmäßige Streckensperrung bescherte uns einen tollen Umweg mit erneuten herrlichen Aussichten, so dass wir erst gegen 20:45 Uhr in Kyllburg und kurvenglücklich ankamen. Schnitzelabend und „Pils“ bestellen, kein „Bier“…

 

Donnerstag: Eifel und Luxemburg – 1x Totalausfall

Die Kurven gehen nun deutlich besser als noch am Dienstag. Tanken in Luxemburg ist toll: Super für EUR 1,33 und kein Reservekanister dabei… Tjaaa. Dann gegen 15:00 Uhr Panne. Ulfs Maschine bleibt irgendwo in Luxemburg liegen. Fast kein Mobilfunknetz. Kurz gefasst: ADAC hat nach über drei Stunden nicht wirklich geholfen. Ein lokaler Abschlepper war nach nur einer weiteren ½ Stunde da und berechnete EUR 350,-- (!!) für 66km nach Kyllburg.

Merken: Auslandsschutzbrief ist in diesem Fall eine feine Sache...

Alex und Erik nutzen die Gelegenheit für ein eiskaltes Bad im Gebirgsflüsschen bei sommerlichsten Temperaturen. Somit waren wir auch an diesem Tag erst gegen 20:45 Uhr zurück. Schnitzel und „Pils“… Alex musste dann leider noch nach Dortmund, um am Samstag gen Heimat zu driften.

 

Freitag: Entlang der Mosel nach St.Augustin

Andreas K. musste zur Nachtschicht nach Hamburg zurück. Somit brachen wir nach Packen, Frühstück und Bezahlen, gegen 10:30 Uhr über Umwege entlang der Mosel in Richtung St. Augustin auf. Eine weltklasse Gegend mit unglaublichem Panorama bei Bombenwetter. „Deutschland ist schön“ - dieser Spruch passte einfach in dem Moment. David erwartete uns bereits in St. Augustin. Währenddessen wurden Ulf und seine Maschine nach Prüm zur Werkstatt gebracht. Kurzzeitig sah es so aus, als ob die Tour fortgesetzt werden könnte, doch letztlich ging es für Ulf mit einem Mietwagen nach Hause. Der Lima-Regler war defekt und hatte diverse Elektrik durchbrennen lassen. Gut zwei Wochen später hatte die Odyssee noch kein Ende: nach Instandsetzung, im vierstelligen Euro-Bereich, fiel nach wenigen Kilometern wieder ein Zündspule aus.

 

Teil 2: 10. Bikercamp der BiB St. Augustin

Mit Ankunft am Freitagnachmittag ergab sich ein Problem: keine Mannschaftszelte! Alle im Hochwassereinsatzes! Mit Kreativität und Geschick konnten die BiB St. Augustin jedoch noch ausreichend Zelte beschaffen, um die verbissen gerungen wurde. Letztlich war genug Platz für alle da. Wieder mit einem großen Rahmenprogramm diverser Musik- und Tanzgruppen sowie unter Beteiligung der ortsansässigen Feuerwehr und Schützenvereine wurde eine klasse Veranstaltung auf die Beine gestellt! Für den guten Zweck verzichteten die Künstler auf ihre Gagen.

Die geführten Ausfahrten am Samstagvormittag wurden zum Gottesdienst mit anschließendem Korso mit Blaulicht und Martinshorn von fast 1000 Motorrädern aus dem ganzen Bundesgebiet und dem Ausland zusammen geführt. Die Prozession wurde von der lokalen Bevölkerung am Straßenrand gefeiert. Die BiB Hamburg verpassten den Korso wegen einer kleinen Panne allerdings und bekamen von der traditionellen Dusche zum Korso nichts ab. Wir nutzten diese Pause für einen netten Kaffee, als Hagel und traubengroße Regentropfen die Luft etwas abkühlten.

 

Ehrengast der Spendengala am Abend in der „GdP-Arena“ war Frau Virnich. Die Witwe des im letzten Jahr bei einem Motorradunfall tödlich verletzten Leiters der BPOLD St. Augustin und Ehrenmitglied der BiB St. Augustin Randolf Virnich, hatte seinerzeit ausdrücklich gewünscht, von Beileidsbekundungen in Form von Blumengestecken abzusehen und stattdessen ein Spendenkonto eingerichtet. Zu der Gesamtspendensumme von EUR 10.000,-- an den Bunter Kreis Bonn und die Irena-Sendler-Schule Bonn konnten die BiB Hamburg ihren Beitrag von EUR 111,-- beisteuern.

Der Abend wurde bis zum frühen Morgen genutzt, um tiefgründige Gespräche zu führen, Tourplanungen zu machen, sich auszutauschen, Einladungen für unser 3. Bikertreffen in Laßrönne auszusprechen und sich einfach zu feiern. Besonders erwähnenswert sind die Grüße von Herrn Matthias Seeger an die Beschäftigten der BPOLI Hamburg, insbesondere an die Biker. Als Ehrenmitglied der BiB St. Augustin stellte Herr Seeger in Aussicht, im nächsten Jahr mit seiner eigenen Maschine teil zu nehmen und zeigte sich auch an unseren Veranstaltungen sehr interessiert.

 

Neben vielen Fotos hatte Marius (Medien & Design) mit seiner HD-Spezialvideokamera reichlich Aufnahmen gemacht. Der Zusammenschnitt und die diverse (ausgesuchte) Bilder sind auf der Homepage abrufbar. Gedanken für 2014: Es ist noch nicht ganz klar, wann die BiB St. Augustin das Bikercamp terminieren, es könnte bereits Ende Mai werden. Wir wollen jedenfalls gerne wieder hin. Als Jahrestour ist z.Zt. der Thüringer Wald im Gespräch. Das wird sich aber noch konkretisieren und im Newsletter darüber berichtet werden.

 

Teilnehmer: (ohne Reihenfolge) BiB Hamburg: Rolf, Andreas K. (leider ohne BiB-Camp), Uwe, Marius, Erik, David (leider nur Bikercamp), Florian.

Sowie: Jörg, Ulf, Alex (leider ohne BiB-Camp), Andreas B. Tourguide: Rainer BiB St. Augustin Gesamtlaufleistung ab Soltau Ost: ca. 2300km.

 

Fazit: So gutes Wetter hatten wir seit der ersten Tour 2010 in den Harz nicht mehr. 2011 an die Müritz war nur schlecht, 2012 Weserbergland gerade so im fast grünen Bereich.

Die Tour war von Rainer und Rolf toll ausgearbeitet mit einer Reihe von interessanten Informationen zur Gegend. Die Strecken waren gerade für uns Flachlandtiroler anspruchsvoll und die Gegend von erlesener Pracht. Rainer & Rolf: danke für Eure Planung! Florian Juni 2013