Der Verein Nöldekestraße e.V. stellt sich vor

Mit den Überschüssen des 2. Bikertreffens wird der Verein Nöldekestraße e.V. Freizeitzentrum Mopsberg unterstützt.

 

Baererstraße 36

21073 Hamburg

kontakt@verein-noeldekestraße.de

Ansprechpartnerin: Frau Angelika Kubasik.

Tel.: 040-7633519

Flyer Jugendeinrichtung Mopsberg 1. Seite
seite 1a neu.pdf
PDF-Dokument [2.5 MB]
Flyer Jugendeinrichtung Mopsberg 2. Seite
Seite 2.pdf
PDF-Dokument [2.5 MB]

Bildliche Eindrücke aus der Jugendarbeit des Verein Nöldekestraße:

Eine ausführliche Vorstellung:

Der Verein Nöldekestraße e.V. stellt sich vor

 

Der gemeinnützige „Verein Nöldekestraße e.V.“ ist ein staatlich anerkannter freier Träger der Jugendhilfe und betreibt die Freizeitzentren Sandbek und Mopsberg

 

Die Wurzeln des Vereins reichen bis ins Jahr 1976 zurück, als das Freizeitzentrum in der Nöldekestraße 19 eröffnet wurde. Das Selbstverständnis wurzelte in vier Eckpunkten: selbstverwaltet, nicht kommerziell, für alle Altersgruppen, und parteipolitisch unabhängig sollte die neue Einrichtung sein. Im wesentlichen gilt dies heute noch, auch wenn das Angebot des FZ Sandbek sich ausschließlich an Jugendliche richtet.

Das Freizeitzentrum Sandbek liegt an der südwestlichen Stadtgrenze im Ortsteil Fischbek, in der lange als Problemviertel geltenden Sandbeksiedlung. Nahezu die Hälfte der Bewohner der Siedlung sind Kinder und Jugendliche. Für die Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren wurde 1995 das FZ Sandbek gegründet.

Das Freizeitzentrum Nöldekestraße/Mopsberg liegt am Rande der Harburger Innenstadt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Phoenixviertel. In seiner wechselvollen, über dreißigjährigen Geschichte war es immer ein Vorreiter unter den freien Trägern der Kultur- und Sozialarbeit. Als Kulturzentrum diente es zahlreichen, auch bekannten Bands wie „Clowns und Helden“ oder sogar den „Toten Hosen“ als Meilenstein und Sprungbrett von der Schülerband in den kommerziellen Erfolg. Als Treffpunkt aller Altersgruppen motivierte es unzählige Menschen, sich ehrenamtlich in den verschiedensten Bereichen von Sport, Kultur oder Sozialarbeit zu engagieren. Als Träger der Jugendhilfe war es immer ein verläßlicher Partner des Jugendamtes, der stets bereit war, mit verschiedenen Kooperationspartnern neue und unorthodoxe Ansätze der Jugendförderung umzusetzen und in die bisherige Arbeit zu integrieren. Der Name „FZ Nöldekestraße“ ist weit über die Grenzen Harburgs hinaus ein Begriff in der Hamburger Sozialarbeit.

Nach fast 35 Jahren hat das FZ Nöldekestraße 2010 seine Pforten geschlossen, aber nur, um aus dem hundertjährigen Haus aus in einen Neubau an der Baererstraße im Phoenixviertel einzuziehen. Das neue Freizeitzentrum Mopsberg ist in das Community Center „Feuervogel-Bürgerzentrum Phoenixviertel“ integriert. Die Hauptnutzer des Feuervogels sind :Schule Maretstraße, Elternschule Harburg, Volkshochschule und das Freizeitzentrum Mopsberg.

 

Zweck der Vereinsarbeit war und ist es, jungen Menschen einen Raum und Mittel zur sinnvollen Freizeitgestaltung zu geben. Insbesondere sind Kinder und Jugendliche angesprochen, die in der Familie und zu Haus keine Mittel oder Förderung dazu finden. Dabei versteht sich insbesondere das Freizeitzentrum Mopsberg als ein Haus für alle Altersgruppen. Durch Begegnung und Austausch sollen Jung und Alt voneinander profitieren: die Kinder und Jugendliche lernen von Erwachsenen, besonders auch Senioren, und finden Vorbilder. Erwachsene wiederum finden in der Beschäftigung mit jungen Menschen Gelegenheit, außerhalb von Beruf und Familie mit ihren Erfahrungen, Kenntnissen und Fertigkeiten Anerkennung zu finden. Dabei fällt auch noch Raum zur eigenen Freizeitgestaltung und zum Austausch mit Gleichgesinnten ab. So entsteht durch die Generationen hindurch ein soziales Netzwerk, von dem alle Beteiligten profitieren.

 

Freizeitgestaltung ist dabei immer auch ein Mittel zum Zweck. Außerhalb des schulischen Lehrplanes gibt es vieles für den jungen Menschen zu lernen und zu entwickeln, was er im Erwachsenenleben braucht. Dazu gehören Kreativität und kulturelles Interesse, handwerkliches Geschick und Allgemeinbildung. Ganz zentral geht es um soziale Fertigkeiten wie zum Beispiel Wege, um Konflikte gewaltfrei zu lösen oder sich mit ungewohnten Situationen und fremden Menschen auseinanderzusetzen, nicht zuletzt aber auch um die Erkenntnis, dass man ein Ziel erreichen kann, wenn man genügend Ausdauer zeigt, und das es sich lohnt, Energie und Aufmerksamkeit auch auf Dinge wie Schule und Ausbildung zu investieren.

Erholung und Abwechslung im Alltag sind natürlich auch zwei Aspekte sinnvoller Freizeitgestaltung. In der Diskussion um die Zukunftschancen unserer Jugend stehen heute Schulbildung und Ausbildung im Mittelpunkt. Dabei wird völlig außer acht gelassen, wie wichtig es gerade für die Entwicklung junger Menschen ist, auch Zeit ohne Leistungsdruck und Erwartungshaltung zu verbringen. Seit der Mensch ein Affe war, lernt er immer noch am besten (und das sein ganzes Leben lang) durch – Spiel!

 

Dem Verein Nöldekestraße ist bewusst, dass er aufgrund seines Arbeitsfeldes eine Gelegenheit zu einer erfolgreichen Förderung fürs Leben bietet gerade auch für Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Randgruppen. Diese haben vom Elternhaus her in der Regel keine oder nur wenig Zugang zu außerschulischer Förderung durch sinnvolle Freizeitgestaltung. Auch in der Schule sind sie meist durch niedriges Bildungsniveau der Eltern oder Sprachbarrieren im Nachteil und verlieren schnell den Anschluss. Stets hat der Verein auf den Bedarf reagiert und mit verschiedenen Kooperationspartnern Projekte installiert.

In der Vergangenheit seien als langjährige Kooperationspartner zu nennen die Jugendgerichtshilfe und die Jugendbewährungshilfe. Mit ihnen gemeinsam betrieb der Verein ein Arbeitsprojekt für straffällig gewordene und drogenabhängige Jugendliche, das schließlich mit der Einführung eines zentralen Trägers für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen aufgelöst wurde. Die Jugendbewährungshilfe bot Sprechstunden außerhalb des Behördenrahmens an und machte Angebote zur Lebenshilfe, ebenso wie die Jugendgerichtshilfe. Gemeinsam mit der Jugendgerichtshilfe gründete der Verein außerdem als Pilotprojekt den Täter-Opfer-Ausgleich zur Vermittlung zwischen Jugendlichen und durch ihnen Geschädigten im Vorwege einer Gerichtsverhandlung. Diese Projekte boten Jugendlichen Förderung und Hilfe, einer Karriere als Krimineller zu entgehen, bzw. bei der Rückkehr aus der Kriminalität in ein normales Leben.

Die Kooperationen wurden durch die Umstrukturierung der Bewährungshilfe und Auflösung der eigenständigen Jugendbewährungshilfe sowie die Gründung eines eigenen Trägers für die Jugendgerichtshilfe beendet.

Die Förderung von Jugendlichen am Rande der Kriminalität wird vom Verein jedoch in Kooperation mit Polizei, Staatsanwaltschaft, Schulen, Straßensozialarbeit und anderen mit dem Projekt „OJUSA“ („offene Jugend- und Sozialarbeit“) fortgesetzt. Das Angebot richtet sich an Jugendliche, bei denen ein Abstieg in die Kriminalität droht und die nicht durch andere soziale Angebote erreicht werden. Diese werden gezielt aufgesucht, um ihnen Hilfe zur Bewältigung ihres Lebens zu bieten.

 

Ein weiteres Angebot zur Förderung von Kindern mit wenig Chancen findet im Auftrag der Kindertagesbetreuung des Jugendamtes statt: der pädagogische Mittagstisch für Kinder bis 14 Jahren, die zu Haus keine oder nur wenig Ansprache nach der Schule haben. Mit Mittagessen und betreuter Hausaufgabenstunde werden sie nach der Schule aufgefangen, um später an den Freizeitangeboten im FZ Mopsberg teilzunehmen. Als erster und lange Zeit einziger Mittagstisch in Hamburg bekocht der Verein Nöldekestraße die Kinder täglich frisch selbst, anstatt einen Gastronomieservice in Anspruch zu nehmen!

Im neuen „Mopsberg“ wurde die Arbeit mit Schulkindern ausgeweitet . Im Rahmen der Zusammenarbeit im Community-Center „Feuervogel“ werden im „Mopsberg“ Kultur-, Sport-, Freizeit- und Werkstattangebote für die Starterschule Maretstraße gemacht und so den Schülern Förderung im Rahmen der Freizeitarbeit außerhalb des Lehrplanes gegeben.

 

Die Formen von Freizeitgestaltung, die der Verein bietet, sind vielfältig. Ein wichtiger Punkt war immer die Kulturarbeit. Im weitesten Sinne ist alles, was der Mensch tut, Kultur. Im engeren Sinne fällt darunter die kreative und künstlerische Betätigung. In den beiden Einrichtungen des Vereines gibt es zahlreiche Kulturangebote für die Besucher. Musikunterricht, Probenräume und Auftrittsmöglichkeiten, sowie regelmäßige Musikangebote für Kinder und Jugendliche haben immer einen breiten Raum eingenommen, lange Jahre hindurch wurden unzählige Konzerte von großen, bekannten und auch kleinen Bands ehrenamtlich organisiert und durchgeführt. Drei Jahrzehnte lang war das FZ Nöldekstraße eine feste Größe in der Harburger Musikszene und ein Stück Heimat fast aller Harburger Musiker. Mit den Kürzungen im Kulturetat der vergangenen Jahre ist dieser Teil der Arbeit des Vereines zwar kleiner geworden, und mit dem Auszug des Vereins aus der Nöldekestraße 19 endet dann ein Stück Harburger Musikgeschichte endgültig. Doch auch im „Mopsberg“ wird es Raum für Konzerte und Gelegenheit für Schülerbands und Hobbymusiker geben, ein Publikum zu finden und eventuell auf die großen Bühnen hinauszuwachsen.

Auch abbildende Kunst hat ihren Raum. In Ferienprojekten finden Kinder Zugang zu bedeutenden Malern und Künstlern verschiedener Epochen und entdecken die Welt von Form und Farbe jenseits naiver Kinderzeichnungen, mit Film- und Fotoprojekten erhalten sie Gelegenheit, sich über das Medium mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen. Besonders sei hier das Projekt „mein Stadtteil ändert sich“ zu nennen, dessen gesamte Laufzeit auf 15 Jahre konzipiert ist, und das die Sanierung des Phoenixviertels begleitet. Seit drei Jahren werden zu diesem Thema immer wieder Fotoprojekte angeboten, die das Phoenixviertel erforschen und seinen Wandel zu dokumentieren. In mehreren erfolgreichen Ausstellungen in der Bücherhalle Harburg und im Phoenixcenter konnten die teilnehmenden Jugendlichen bereits beeindruckende Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren. Die Conti AG hat sich mit einer Spende von €1000.- an dem Projekt beteiligt, wofür wir äußerst dankbar sind.

 

Ein anderes Fotoprojekt ist im Rahmen eines internationalen Jugendaustausches zwischen Hamburg und der israelischen Stadt Ashdod entstanden. Im Herbst 2010 waren 10 Jugendliche aus dem Freizeitzentrum Nöldekestraße nach Ashdod gefahren und der Besuch der israelischen Jugendlichen fand im Frühjahr 2011 , schon im neuen Gebäude,statt.

Gerade wo der Anteil von Ausländern und Menschen mit Migrationshintergrund unter den Jugendlichen aus sozial benachteiligten Gruppen besonders hoch ist, wird internationaler Austausch und Völkerverständigung besonders wichtig. Mit Begegnungen auf internationaler Ebene wird Verständnis und Toleranz zwischen den Kulturen gefördert und so auch das Zusammenleben der Nationen in einem Stadtteil wie dem Phoenixviertel, wo es viele verschiedene, stark vertretene ethnische Gruppen gibt.

 

Auch im Bereich der Erlebnispädagogik hat die internationale Begegnung ihren Platz. Bei Projekten wie Kanufahren oder Trial (einer speziellen, auf Geschicklichkeit statt Geschwindigkeit setzenden Motocross-Disziplin des Motorradsportes) geht es darum, seine eigenen Grenzen zu erfahren und darüber hinauszugehen. Speziell beim Kanufahren wird dies mit Reisen nach Polen verbunden. Neben der Fahrt in eins der schönsten Kanureviere Europas steht auch die Begegnung mit unserem östlichen Nachbarland im Mittelpunkt der Reise. Und so wird die Grenzerfahrung in majestätischer Naturkulisse auch zu einer Fahrt über die kulturellen Grenzen hinaus.

 

Werkstadtangebote ergänzen die Arbeit. Neben dem kulturellen, dem schöpferischen Aspekt beim Töpfern oder in der Holzwerkstatt geht es auch um Vermittlung von handwerklichen Grundfähigkeiten, um Problemlösungsstrategien und um zielorientiertes Handeln.

Die Zweiradwerkstatt sei hier stellvertretend für das Prinzip der altersübergreifenden Arbeit näher vorgestellt. Eine Selbsthilfegruppe hat sich in der Werkstatt etabliert und bietet sich gegenseitig Hilfe und Erfahrungsaustausch beim Reparieren und Warten von Fahrrädern und Motorrädern. Für den gesamten Bereich der Metallwerkstatt zeigt diese Gruppe sich selbst verantwortlich, bis hin zur Pflege und Reparatur der Maschinen und Werkzeuge. Von der Gruppe profitieren auch andere, vor allem Kinder und Jugendliche, die mit ihren eigenen Rädern oder auch mit anderen Reparaturen im Bereich der Metallarbeiten jederzeit Hilfe bei den Mitgliedern der „Motorrad-AG“ finden.

 

Im Herbst 2010 trat der Mopsberg an die Stelle des alten Freizeitzentrums Nöldekestraße um die erfolgreiche Arbeit aus fast 35 Jahren fortzuführen. Das neue Haus hat neue Aufgaben als Herz und Begegnungsort des Bürgerzentrums übernommen Mit der Cafeteria soll es einen neuen Treffpunkt im Viertel geben, wo man sich bei Essen und Getränken zu moderaten Preisen treffen und plaudern kann. Mit dem Saal wird es wieder einen Raum für Veranstaltungen geben, die Werkstätten sind wieder eröffnet, und auch sonst können die Erwachsenen gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen wieder ihren Platz zur Freizeitgestaltung im neuen Haus haben. Für jeden gibt es eine Möglichkeit , um seinen Interessen nachzugehen. Die Jungen werden von der Erfahrung der Alten, diese von der Energie der Jungen profitieren und nicht nur im Mopsberg, sondern im ganzen Phoenixviertel gemeinsam leben.



Die Vereinsvorstellung zum Download...
..Hintergrundinformationen über den Verein Nöldekestraße, der durch das 2. Bikertreffen der BiB Hamburg unterstützt wird.
vereinsvorstellung phoenix ag.odt
Open Office Writer [34.6 KB]